Grundrezept Ölauszug

Ein Ölauszug wird aus synthetischen oder pflanzlichen Ölen und Pflanzenbestandteilen hergestellt. Ölauszüge finden Verwendung in der Nahrungszubereitung und - zur meist äußerlichen Anwendung - in der Pflanzenheilkunde.

Diese Auszüge können direkt auf betroffene Körperstellen aufgetragen oder weiter verarbeitet werden, z.B. zu Salben, Cremes oder auch Seifen. Allgemein bekannt und verbreitet ist Johanniskrautöl, aber auch Arnikaöl , beides kann man ohne Probleme kaufen . Möchte man allerdings besondere oder individuelle Ölmazerate verwenden bleibt oft nur die Eigenherstellung.

Meist werden Ölauszüge kalt angesetzt, genannt Kaltauszug. Dabei entzieht das Öl den Pflanzenteilen hauptsächlich die fettlöslichen Wirkstoffe, vor allem Carotinoide, Phytosterole und ätherische Öle.

Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit eines Warmauszuges, dabei gilt: je wärmer die Auszugstemperatur ist, desto kürzer ist die benötigte Extraktionszeit. Der Warmauszug wird z.B. für stark wasserhaltige Pflanzen angewendet.

Dabei ziehen die Pflanzen für 2-3 Stunden im heißen Öl in einem Topf. Das Wasser verdunstet dabei, die Schimmelgefahr wird minimiert und die Ausbeute ist in kurzer Zeit relativ hoch.

Wenn kein Zeitdruck besteht sollte der schonendere Kaltauszug bevorzugt werden!

Herstellung:

Die Pflanzenteile, die verwendet werden sollen müssen sauber und frei von bräunlichen Stellen sein.

Frisch geerntetes  Pflanzenmaterial ist nur bedingt zum Ansetzen geeignet, wenn es zu "feucht"erscheint, sollte es lieber einige Stunden bis einen Tag angewelkt werden. Ansonsten kann es passieren, dass der Ansatz schimmlig wird.

Manche Kräuter können auch gut frisch angesetzt werden, dazu zählen viele mediterrane, eher holzige, Kräuter, wie z.B. Rosmarin, Thymian oder Lorbeerblätter.

Mit der Zeit bekommt man ein Gespür dafür, was gleich angesetzt werden kann oder erst mal besser einen Tag liegen bleiben sollte. Getrocknete Pflanzenteile können uneingeschränkt verwendet werden.

Die Pflanzenteile sollten vor dem Ansetzen zerkleinert werden, um die Angriffsfläche für das Öl zu erhöhen, sie können geschnitten, gehackt oder kurz gemörsert werden. Die angetrockneten Blätter oder Blüten werden erst kurz vor dem Einfüllen zerkleinert. Trotz allem besteht immer eine gewisse Schimmelgefahr und der Ansatz sollte gut beobachtet werden!

Die zerkleinerten Pflanzenteile werden in ein sterilisiertes Glas oder eine Flasche mit breitem Hals gefüllt und mit geeignetem Öl begossen. Alle Pflanzenstücke müssen dabei gut mit dem Öl bedeckt werden, um die Schimmelgefahr zu  minimieren. Das Gefäß sollte dabei maximal bis zu Hälfte mit Blättern, Blüten, Wurzel- oder Rindenstücken gefüllt werden.

Als Öle eignen sich vor allem hochwertige, nicht raffinierte Öle, die oxidativ stabil sind, z.B. Olivenöl, Sesamöl oder Jojobaöl. Zersetzungsprozesse laufen in Öl leider relativ schnell ab, darum sollte man den Auszug genau beobachten.

Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen erhöhen lange Auszugszeiten die Extraktion nicht mehr wesentlich, aber steigern die Gefahr der Schimmelbildung deutlich. Innerhalb von 10-14 Tagen entsteht durch die Extraktion ein Konzentrationsgleichgewicht an Wirkstoffen in Pflanzenteilen und Öl, längere Auszugszeiten machen also keinen Sinn.

Was allerdings hilft die Wirkstoffe aus dem Pflanzenmaterial herauszulösen, ist das Bewegen des Ansatzes, möglichst zweimal täglich mehrere Minuten. Dabei wird noch nicht mit Pflanzenwirkstoffen gesättigtes Öl um das Auszugsgut gespült, das es dann aufnehmen kann.

In dieser Zeit wird der angesetzte Auszug dunkel und bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Nach spätestens zwei Wochen ist das Ölmazerat fertig, für die kosmetische Anwendung wird es abgeseiht, z.B. mit einem Leinentuch.

Für die kulinarische nach Belieben ebenfalls gesiebt oder aus dekorativen Zwecken so belassen.

Für die Aufbewahrung empfiehlt sich eine dunkle Flasche, die mit Namen (Pflanzenart und Öl) und Abfülldatum beschriftet wird.

Der Ölauszug sollte innerhalb von 6 Monaten aufgebraucht werden.

Hier noch ein paar Beispiele für Ölauszüge zur kulinarischen Verwendung:

Von links nach rechts:

Zitronenthymian mit Knoblauch, angesetzt in nativem Olivenöl,

das schon bekannte Peperoni-Limetten-Öl,

Bunter Pfeffer, Knoblauch, Grüner Peperoni und Chilifäden in Rapsöl angesetzt (zum Braten),

Ingwer und Schisandra Beeren in nativem Olivenöl,

Estragon und Weißer Pfeffer in nativem Olivenöl,

zuletzt Rote Peperoni mit Schokoladenpfeffer in nativem Olivenöl. 

Damit habt Ihr also ein paar kreative Beispiele aus dem Hexenlabor, Eurer Phantasie und Eurem Geschmack sind eine Grenzen gesetzt.

Viel Spaß beim Ausprobieren und testen!

Tipp:

Kümmelöl nicht nur gegen Babys Bauchschmerzen!

Für alle Mütter, deren Babys und Kinder immer mal wieder unter Bauchschmerzen leiden, Kümmelöl lässt sich ganz einfach selbst herstellen:

Man setze 2 Teelöffel Kümmel (leicht anmörsern) in 125 ml Mandelöl (es geht auch Olivenöl) an und verfahre wie bei jedem anderen Ölauszug. Die Mischung sollte nach 10 bis 14 Tagen abgeseiht und kühl aufbewahrt werden. Das Kümmelöl kann auch bei Mentruationsbeschwerden und Verspannungen eingesetzt werden.

Auch älteren Kindern tut eine kleine sanfte Bauchmassage mit Öl gut, wenn der Bauch etwas grummelt. Vor allem mit diesem kleinen Trick: erzählen sie dem Kind, dass es bei diesem Öl um Zauberöl gegen Schmerzen handelt. Das hilft bei Blähbauch genauso, wie Unwohlsein wegen (kleineren) psychischen Belastungen. Sollten die Bauchschmerzen allerdings dauerhaft oder immer wieder auftreten, sollten sie der Sache unbedingt auf den Grund gehen und einen (Kinder-)Arzt aufsuchen!

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4 Kommentare zu “Grundrezept Ölauszug

  1. Habe den Link zum Hexenlabor per Zufall gefunden. Werde nun ein 2-3 Gewürzmischungen aus dem Hexenlabor machen und sie an Weihnachten verschenken Bin gespannt

    • Hallo Stefanie
      ich freue mich, dass Du in meinem Hexenlabor gefunden hast und meine Gewürzmischungen ausprobierst.
      Ich hoffe sie kommen gut an!
      Liebe Grüße
      von der Hexe

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